Motorradreisen und Dies und Das

Tag 17: Schon wieder im Motel

Eigentlich wollten wir ja heute wieder zelten, doch die Gewitterwolken am westlichen Horizont lassen uns dennoch in Lamar, Colorado nach einem Motel suchen. Sehr weit sind wir heute nicht gefahren. Nach einem späten Start in Dodge City, das wir insgesamt etwas enttäuschend finden, folgen wir weiter der US 50, die hier immer noch am alten Santa Fe-Trail entlang verläuft.

Dodge City hat nicht viel zu bieten

Morgens regnet es noch, bis mittags ist es bewölkt und kühl. Dennoch halten wir an einer der Historic Sites entlang des Highway. Hier sind die Wagenspuren des Trails noch gut in der Prairie zu erkennen, vor 150 Jahren zogen Wagenkolonnen mit Handelswaren auf dem Weg nach Mexiko hier vorbei und Millionen von Bisonhäuten wurden nach Osten zum Missouri transportiert.

Am Santa Fe-Trail, unten fließt der Arkansas River

Leider verpassen wir in Dodge City die Markierung des 100. Längengrads, der ja interessanter Weise nicht nur eine klimatische Grenze zwischen den semiariden westlichen Plains und den semihumiden östlichen bildet, sondern zeitweilig ebenso die französische von der spanischen Einflusssphäre im südlichen Nordamerika trennte und ebenso eine Grenze zwischen den jungen Staaten USA und Mexiko bildete.

Ein Briefkasten in the middle of nowhere

Wir fahren weiter, der Himmel klart auf, wir sind beide sehr beeindruckt von der Landschaft, die alles andere als langweilig ist. Es wird hier im Westen von Kansas flacher, man kann tatsächlich bis zum Horizont sehen und manchmal tauchen erst die Spitzen der riesigen Getreidespeicher hinter der Erdkrümmung auf, wie die Masten der Segelschiffe auf dem Ozean.

Im Westen von Kansas

Der Himmel ist scheinbar unendlich weit, die Straße meist gerade, wenig befahren. Links und rechts sind Ranches mit großen Rinderherden, die man meist riecht, bevor man sie sieht. Die meisten Trucks sind Viehtransporter, sie ziehen einen Schleier heißer Luft und Rinderduft hinter sich her, wenn sie vorbei ziehen.

Mit der Harley zählt man hier übrigens zu den langsamsten Verkehrsteilnehmern. Wir pendeln uns meist bei um die 60 mph ein, die Trucks ziehen oft mit mindestens 75 vorbei.

Die richtig alten Autos sind weiter hinten gestapelt

Wir halten zwischendurch ein paar Mal, trinken Kaffee, essen bei Subway (zum ersten und zum letzten Mal) ein Sandwich und tanken zwischendurch.

Die Rocky Mountains sind noch weit

Und am Abend essen wir Steak, ich ein großes Ribeye, Doris ein kleines Sirloin, beide sehr gut, zart und saftig, wirklich exzellent, wie sich das für diese Coyboy-Gegend gehört.

Die Rocky Mountains sind noch weit. Morgen kommt die nächste Etappe.

2 Kommentare

  1. Sonja

    Applaus für Doris!! Großartig! Liebe Doris,lieber Heinrich, wir sind süchtig nach dem Blog.. man könnte meinen, dass Heinrich hauptberuflich schreibt ;-). Bei unserem Schweden -Roadtrip sehen wir übrigens super viele Oldtimer.. Kann es sein, dass die Schweden auf alte Autos stehen.. aber das Highlight war der tiefergelegte Volvo.. Freue mich, mehr von Euch zu lesen. Liebe Grüße, Sonja

  2. Christoph

    Genialer Blog, den wir auf unserem Schweden-Roadtrip gespannt verfolgen! Man fühlt sich wie Bandit, der in seinem TransAm gemütlich hinter euch herfährt (natürlich höchstens 75mph). Wir hoffen noch gespannt auf das Foto mit Bufford T. Justice oder mit Lucky Luke am Telegraphenmast ☺. Weiterhin gute Fahrt und tolle Erlebnisse! Christoph

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